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  • AutorenbildRafael Benz

Verwinkelte Traumata

Wie die jüngste Traumaforschung einen neuen Ansatz für den Umgang mit vergangenen Ereignissen in der Geschichte ermöglicht, von denen Millionen von Menschen betroffen sind und waren. Ein Ansatz jenseits von Dekolonialisierung.

Als Trauma bezeichnet man ein Ereignis oder eine Erfahrung, die körperliche, emotionale oder psychologische Schäden verursacht. Es ist eine Reaktion auf ein traumatisches Ereignis, die oft durch Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Ohnmacht gekennzeichnet ist. Ein Trauma kann viele Formen annehmen und langfristige Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit eines Menschen haben.



Eine Art von Trauma ist das kulturelle Trauma, das auftritt, wenn eine Gruppe von Menschen einen bedeutenden und tiefgreifenden Verlust oder eine Störung ihrer kulturellen Identität erlebt. Ein kulturelles Trauma kann die Folge von Kolonialisierung, Versklavung, Völkermord oder anderen Formen der Unterdrückung und Ausbeutung sein. Es kann zum Verlust von Traditionen, Sprache und kulturellen Praktiken führen und tiefgreifende Auswirkungen auf das kollektive Gedächtnis und die Identität einer Gemeinschaft haben.


Eine andere Art von Trauma ist das Familientrauma, das auftritt, wenn eine Person im Kontext ihrer Familie ein Trauma erlebt. Dazu können körperlicher, sexueller oder emotionaler Missbrauch, Vernachlässigung oder das Miterleben von Gewalt gehören. Familiäre Traumata können tief greifende Auswirkungen auf das Selbstverständnis eines Menschen, seine Beziehungen und seine Fähigkeit, anderen zu vertrauen, haben.

In dem Buch "The Body Keeps the Score" von Bessel van der Kolk untersucht der Autor, wie sich Traumata auf den Körper und den Geist auswirken. Er argumentiert, dass ein Trauma zu einer Vielzahl von körperlichen, emotionalen und Verhaltenssymptomen führen kann, darunter Angstzustände, Depressionen und Drogenmissbrauch. Der Autor erörtert auch, wie Trauma von Generation zu Generation weitergegeben werden kann und wie wichtig es ist, sich damit auseinanderzusetzen, um zu heilen und weiterzukommen. Bessel van der Kolk geht auch auf die drei Ursprünge von Trauma ein: Kultur, Religion und Familie. Einige indigene Kulturen, wie die in Amerika, Asien und die auf dem afrikanischen Kontinent, haben aufgrund ihrer Geschichte unter einer Vielzahl von Traumata gelitten. So haben zum Beispiel der transatlantische Sklavenhandel, die Kolonisierung und die Apartheid zu dem kulturellen Trauma vieler afrikanischer Gemeinschaften beigetragen. Diese Ereignisse hatten den Verlust von Land, Sprache und kulturellen Praktiken zur Folge und führten auch zu anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Konflikten. Infolgedessen leiden viele afrikanische und andere Gemeinschaften weltweit nach wie vor unter den Auswirkungen kultureller Traumata, welche Gefühle wie z. B. "Welt-Abwesenheit", Desillusionierung, Wut und Frustration im Alltag allgegenwärtig machen können. Das Religionstrauma und das Trauma der zerrütteten Familienstrukturen, die von Missionaren aus verschiedenen Regionen und Religionen über einen langen Zeitraum hinweg mitgebracht wurden, sind auch heute noch sehr präsent und tragen zur Komplexität der Situation bei.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Trauma viele Formen und Aspekte annehmen kann, einschließlich kultureller, religiöser und familiärer Traumata. Die Auswirkungen eines Traumas auf Körper und Geist zu verstehen, ist für die Versöhnung und das Weiterkommen unerlässlich. Die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Traumata in einem kulturellen Kontext ist besonders wichtig, da sie dazu beitragen kann, die Ursachen anhaltender Spannungen anzugehen und Heilung und Widerstandsfähigkeit zu fördern. Es ist zu hoffen, dass die globalen Gesellschaften die neuesten Erkenntnisse der Traumaforschung in die internationale Politik einbeziehen.


Quellenangaben:

www.besselvanderkolk.com/


geschrieben von Rafael Benz & GPT Chat am 11. Februar 2023

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